01/10/2026 0 Kommentare
Erik Reppel vom Pixel Sozialwerk im Interview
Erik Reppel vom Pixel Sozialwerk im Interview
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Erik Reppel vom Pixel Sozialwerk im Interview
Seit einiger Zeit arbeitet die Fachstelle Pastorale Innovation im Bistum Fulda mit der Pixel Sozialstiftung zusammen. Er konnte uns schon in vielen Bereichen weiterhelfen und hat beim letzten Rückenwind-Modul unsere sechs Gründungsinitiativen beraten.
? Wer bist du und wenn ja, wie viele?
Mein Name ist Erik Reppel, 35 Jahre alt, aufgewachsen im Erzgebirge, Ehemann, Vater eines 3-Jährigen, studierter Banker, Betriebswirt mit Schwerpunkt Finance und Steuern und habe 2018 mit meiner Frau Anna Pixel Sozialwerk in Erfurt gegründet.
? Erzähle uns ein paar Worte über das Pixel-Sozialwerk…
Ich habe meine Frau im Studium kennengelernt, als Sie schon ein christliches Stadtteilprojekt in einem benachteiligten Plattenbaugebiet aufgebaut hat. 2018 hat sich die Chance ergeben ein eigenes Projekt zu gründen, weil wir gesehen haben, dass es an ganz vielen Orten Angebote für Kinder und Familien braucht. Damals haben wir mit 2 Fahrradtaschen Spielsachen begonnen jede Woche auf 2 Spielplätze zu gehen und den Nachmittag zusammen mit den Kindern und Familien zu verbringen. Heute sind wir ein tolles Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen und erreichen an 15 Orten jede Woche mehrere hundert Kinder und Familien in Erfurt. Wir betreiben inzwischen zwei Kinder- und Familienzentren, einen Kidstreff, veranstalten Spielplatzfeste an vielen Orten und Indoor-Spielplätze in Kooperationen mit Kirchen uvm. Jedes Jahr kommen mehr Menschen zu unseren Angeboten und neue Projekte und Angebote sind entstanden. Unser größtes Spielplatzfest erreicht inzwischen jede Woche mehr als 250 Menschen…, mit 3-4 Mitarbeitenden eine Aufgabe. Begonnen hatte alles ganz klein, aber es ist ständig gewachsen. Das beschreibt eigentlich ganz gut, was wir 2018 als Social Start-Up gehofft haben. Alle sagen immer das Dinge unmöglich sind, bis jemand es einfach ausprobiert, der nicht weiß, dass es angeblich nicht funktioniert. Hilfreich ist für mich ein großes Vertrauen darauf, dass Gott es gut meint mit den Menschen und wir Mut haben dürfen, Dinge auszuprobieren.
? Warum liegen euch Kinder und Jugendliche als Teil unserer Gesellschaft besonders am Herzen?
Jesus der sagt: „Werdet wie die Kinder…“ stellt Kinder in den Mittelpunkt. Nicht erst als Vater weiß ich, dass Kinder unser Leben bereichern. Sie sind die Zukunft und unsere Verantwortung ist es in Sie zu investieren. Obwohl ich selber nicht sehr privilegiert aufgewachsen bin, wäre ich heute nicht da, wo ich bin, wenn nicht ganz viele Menschen in mich investiert hätten. In der Liebe, die Jesus für die Menschen hatte, sehe ich als Christ meine persönliche Verantwortung mich selbst für Menschen einzusetzen und aktiv zu werden. Und vielleicht habe ich selber nie aufgehört ein Kind zu sein. Bis heute spiele ich liebend gern und das passt einfach perfekt zu meiner Arbeit bei Pixel Sozialwerk. Als wir 2018 hatte ich es mir nicht vorstellen können, mal zehntausende Euro für Spielsachen aller Art auszugeben. Unter unserer Marke Pixel Spielwelten kann man uns für Veranstaltungen aller Art buchen und in den Genuss des Spielens kommen, für Projektetage, Events und Kinderprogramm von kreativ bis digital ist alles dabei. Mein persönliches Highlight sind unsere Spielwelten mit playmobil®. Ich habe während Corona begonnen ein Projekttageangebot zu entwickeln bei dem ich hunderte Kilo Spielfiguren und Sets in eine Vielzahl von Spielwelten zusammengestellt. So ist bspw. ein 1,8m hohes bespielbares Schloss oder eine 1,5m hohe Kirche entstanden, alles baubar mit Kindern. Ich wäre selber liebend nochmal ein Kind, das genau solche Projekte erleben kann. Es hätte mein Leben wahrscheinlich selber positiv verändert. Und davon träume ich, Leben positiv zu prägen, Inspiration und Hoffnung zu geben, auch wenn das Leben nicht immer einfach ist.
? Was begeistert dich am christlichen Social-Entrepreneurship?
Es ist die Kombination von Themen mit meiner persönlichen Glaubensgeschichte. Ich komme aus einer Familie ohne christlichen Bezug und habe mich als Jugendlicher für den christlichen Glauben entschieden und es nie bereut. Ich durfte erleben, wie Glaube lebendig wird und neue Wege führt. Ohne meine christliche Prägung wäre mir Soziale Arbeit vielleicht nie wichtig geworden. Ohne meinen Weg als Banker hätte ich niemals gegründet und kein Interesse an Unternehmen und Wirtschaft. Jetzt kann ich aktuell alles kombinieren und neu über Spannungen und Herausforderung nachdenken und einzuordnen. 2021 haben wir aus unseren Erfahrungen der Gründung begonnen die Pixel Stiftung zu stiften, damit wir genau diese Begeisterung langfristig verfolgen können. Aus christlicher Motivation Menschen zu helfen, dabei Methoden der Theologie, der Betriebswirtschaft und der Sozialen Arbeit zu kombinieren sollte selbstverständlicher werden. Gerade diese Kombination ist ein Alleinstellungsmerkmal, der sich nur mit einem christlichen Bezug ergründen lässt. Mit Blick auf die vielfältigen Herausforderungen und Problemen sehe ich damit eine gute Möglichkeit Antworten geben und Menschen helfen zu können.
? Welche Rolle spielen dabei Finanzen für dich?
Die meisten Menschen, die motiviert sind, Menchen zu helfen, unterschätzen, dass Finanzen oft mehr Auswirkungen auf ihr Handeln hat, als das meiste andere, was Ihnen wichtig ist. Wenn es nicht mein eigenes Geld ist, bin ich immer sofort in Abhängigkeiten und Systemen gefangen. Eine Spende soll bedankt werden, die Stiftung fordert Verwendungsnachweise, das Finanzamt prüft die Gemeinnützigkeit und sobald jemand mehr als im Ehrenamt arbeitet muss ist die Einhaltung des Mindestlohnes dokumentieren. Ich will niemand abschrecken zu gründen, deswegen lassen wir mal die weitere Bürokratie unbenannt. Aber wir haben Monate vor dem ersten Angebot angefangen, alle diese Themen zu systematisieren und begonnen abzuarbeiten. Hilfe für Andere kann in unserer Welt schnell zur bürokratischen und finanziellen Bürde werden. Deswegen mein Appell, seid bei den Finanzen mindestens so gut, wie in dem womit ihr helfen wollt. Es macht dann alles ein bisschen mehr Spaß. Sollte euch das Thema nicht so interessieren, dann setzt nach ein paar Grundlagen auf Hilfe und Unterstützung. Finanzthemen sind erlernbar, die Motivation und Hilfe für andere nicht, deswegen darf es nicht zum Hinderungsgrund werden.
? Warum sollte man sich euren Podcast ‚Beten und Businessplan‘ unbedingt anhören?
Die Pixel Stiftung speist sich aus den Erfahrungen und Erlebnissen, die wir selber machen. Einen Weg diese erlebbar zu machen, war ein Podcast zu starten. „Beten & Businessplan“ ist mein Konzept, um sich dem Thema christliches Social-Entrepreneurship zu nähern. B&B ist das Erleben, das Gottvertrauen und planvolles Handeln ineinander gehen können. Der Podcast ist für mich eine Themensammlung, die wir weiter aufbauen wollen, auch wenn aktuell unsere zeitlichen Kapazitäten sehr begrenzt sind. Die Pixel Stiftung ist für uns ein ergänzendes Start-Up, was wir ehrenamtlich nebenbei betreiben. Wir hoffen, dass wir über die Zeit immer mehr Inhalte und Möglichkeiten der Unterstützung aufbauen können.
? Wie kann man von dir und deinen Erfahrungen profitieren?
Von Workshops über Vorträge bis hin zu individueller Begleitung von Projekten und Gründungen unterstütze ich in ganz unterschiedlichen Formen mit der Pixel Stiftung. Gerne kann man mich auch bei konkreten Fragestellungen kontaktieren. Denn oftmals ist es bereits eine kurze Mail, vielleicht ein kurzes Telefonat, was neue Impulse setzt und bereits konkret weiterhilft.
Vielen Dank, lieber Erik!
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