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ForumGo - Lust auf Morgen

21. Mai 2022

ForumGo - Lust auf Morgen
ForumGo - Lust auf Morgen

130 kirchlich Engagierte bei Fortbildung “forumGO! - Wir sind gesandt!“

Haben wir in der aktuellen Situation von Kirche und Gesellschaft überhaupt ´Lust, Mut und eine Hoffnung auf Morgen?´ Zu dieser Fragestellung kamen haupt- und ehrenamtlich Aktive aus allen Teilen des Bistums Fulda zusammen.
Dazu Bischof Dr. Michael Gerber bei seiner Begrüßung: „Das Evangelium in eine postmoderne, multioptionale Gesellschaft zu buchstabieren, die es so noch nie gab - Ich habe große Lust, das gemeinsam mit Ihnen zu gestalten. Denn ich erlebe in unserem Bistum Menschen, die ganz wach am Heute dran sind und zugleich sehr geistlich unterwegs sind.“
Als Gastsprecher waren Generalvikariatsrat Dr. Christian Hennecke aus dem Bistum Hildesheim, die Akademieleiterin der HOME-Mission-Base in Salzburg, Bernadette Lang und die Äbtissin der Venio Abtei in Prag und München, Sr. Francesca Šimuniová (CZ) in die Aula des Marianums nach Fulda angereist.
„Wir sind so sehr mit unseren inneren Bildern von Glaube und Kirche aus der Vergangenheit beschäftigt, dass wir blind sind, für die Chancen die uns heute gegeben werden.“, sagte Pfr. Hennecke und sprach weiter: „Neues kann erst werden, wenn das Alte betrauert ist. Gott geht mit seinem Volk und seiner Welt durch diese Zeit. Aber wir können nichts konservieren – das tun wir aber die ganze Zeit. Mehr machen ist nicht gleich mehr Kirche. Die Begegnung mit Christus ist zentral. Denn die Welt ist gottvoll. Was fehlt ist, dass wir mit Jesus zusammen diesen Blick einnehmen. Und dann gibt es viele unglaubliche Entdeckungen einer Gemeinschaft, die aus dem Evangelium an ganz überraschenden Orten entsteht“, so der Generalvikariatsrat aus Hildesheim.
Sr. Francesca sprach berührend von Ihrem persönlichen Berufungsweg und von einer zeitgemäßen Verkündigung der Schwestern Ihres Ordens. So zum Beispiel von einem alten Bunker aus dem 2. Weltkrieg auf dem Klostergelände, in dem ein Café eröffnet wurde mit einem wunderbaren Garten drumherum – „das zieht viele Menschen an, die nichts mit Kirche zu tun haben. Mit denen treten wir ganz zweckfrei in Beziehungen.“, so die Äbtissin.
Bernadette Lang berichtete von der HOME Mission Base in der Salzburger Altstadt und einem ausgebuchten 9-monatigem Jüngerschaftsprogramm dort, für junge Menschen. Mit ihrem Medienhaus erreicht die Bewegung über Youtube, verschiedene Fernsehkanäle und Radiosender regelmäßig hunderttausende Menschen mit der Botschaft des Reiches Gottes. „Medien sind so ein wichtiges Tool in unserer Zeit“, erläuterte die katholische Theologin und Religionspädagogin und forderte heraus, groß zu denken und eine Vision zu haben für das, was sein könnte. Dabei habe sie gelernt, „dass Gott so viel größer von mir denkt, als ich von mir selbst denke.“

Bei einer Austauschbörse am Nachmittag wurden 15 ganz verschiedene, lebendige Praxisbeispiele einer missionarischen Pastoral in Parallelworkshops in den Klassenräumen des Marianums kurz vorgestellt, um darüber ins Gespräch kommen.
So führte Torsten Huith von Xpand aus Dortmund ganz praktisch ein, wie man eine vor-Ort-Vision entwickelt, und Monika Konegen aus Paderborn erzählte von Erfahrungen mit dem Alpha-Kurs für Firmgruppen. Björn Hirsch von der Tourismuspastoral Rhön erläuterte Grundsätzliches zu „der typologische Erstkontakt“ und zur „Auskunftsfähigkeit im Glauben“. Florian Rudin von der Schülerseelsorge gab Tipps, um moderne geistliche Impulse für Jugendliche zu gestalten und Steffen Büdel aus Künzell erklärte den Geistlichen Gemeindeprozess „Pastoral am Puls“.
Mit Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der katholischen Kirche, war aus der Ukraine der Studentenseelsorger Pfr. Dr. Nazarij Mysyakovskyyaus aus Lviv angereist. In seinem Workshop erzählte er davon, dass auch Wunder in Folge unserer Gebete geschehen. So sei z.B. bei einer Familie in Mariupol, die gerade den Rosenkranz gebetet hat, eine Granate eingeschlagen, die nicht explodiert sei, sondern einfach in der Wand stecken geblieben ist.
Beim Sendungsgottesdienst predigte Bischof Gerber über Paulus und seine Geschichte des Scheiterns. „Auch durch physische Grenzerfahrungen hat Paulus lernen müssen, dass sein Gottesbild korrigiert werden musste. Dass es nicht das eigene Machen ist worauf es ankommt, sondern dass es ein anderer ist der führt und dem es sich anzuvertauen gilt.“ Die Moderatoren Bernadette Wahl von der Citypastoral Fulda und Thomas Bretz luden am Ende zur Einzelsegnung ein, bei der sich die Teilnehmer von Bischof Gerber, Ordinariatsrat Thomas Renze und Diözesanjugendseelsorge Alexander Best für ihre missionarische Sendung ins Morgen segnen ließen.
Thomas Bretz, Referent für innovativ-missionarische Pastoral im Fachbereich Pastoral | Bildung | Kultur im Bischöflichen Generalvikariat, der Initiator dieser Fortbildungsreihe “forumGO! - Wir sind gesandt!“, die seit 2010 veranstaltet wird, ist von der Resonanz dieses Tages begeistert: „Endlich war es mal wieder möglich in echt und ganz vielfältig zusammen zu kommen und uns gemeinsam bewusst zu werden, dass wir von Gott geliebt, gerufen und gesandt sind.“

Anne Göbel, Gemeindereferentin:
Ich finde, dass es hier erfrischend ist, und auch fühle ich mich erleichtert. Die ganze Corona-Pandemie, hat einen total beschwert, und hier ist alles so locker – das tut gut!“

Ines Haifl, 19, aus Bebra:
Ich fand diesen Tag sehr schön, denn man konnte mal wieder erfahren, wie schön die Gemeinschaft von Christen ist und dass es auch andere gibt, die diesen Glauben mit einem teilen wollen. Wir haben erfahren können, wie lebendig man den Glauben praktizieren kann und wie wir den ihn am besten an andere übermitteln können.“

Pfr. Jens Körber, Schwalmstadt:
„Mich hat es fasziniert, dass ich so viele aus dem Bistum wiedergetroffen habe, mit großer Begeisterung. Die Moderation und die Themen waren sehr ansprechend und machen Mut, neue Wege zu gehen. Sich von dem Input inspirieren zu lassen, und im Vertrauen auf den heiligen Geist in die Zukunft zu gestalten – forumGO – los geht’s!“

Veranstalter und Teilnehmer freuten sich über die Verpflegung, Bestuhlung und Dekoration durch die Malteser Ortsgruppe Blankenau / Hainzell und dankten stellvertretend dem Ortsbeauftragten Andreas Honikel. Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Schulleitung des Marianums für die hilfsbereite und umsichtige Gastfreundschaft. Die Dombuchhandlung unterstützte die Veranstaltung mit einem einschlägigen Bücherstand.

Text: Thomas Bretz
Bilder: © photoebene Marzena Seidel


Thomas Bretz

Co-Leiter der Strategischen Initiative Pastorale Innovation
Fachbereich Pastoral Bildung Kultur